— Gott ſegne Sie, kleines Fräulein; was für ein gutes Herz Sie haben!— antwortete der Alte⸗
— Nein, ich nicht, ſondern Graf Ernſt iſt es, der geſagt hat, daß ich böſe geweſen ſei.
— Was thuſt Du hier?— klang die Stimme des Barons von der Thüre aus.
— Ich bitte Erik um Verzeihung, weil ich un⸗ artig gegen ihn geweſen,— antwortete Gerda.
— Was ſprichſt Du da für tolles Zeug,— fiel der Baron mit Strenge ein.
— Die Wahrheit, Papa, iſt, daß ich gegen Erik böſe geweſen wär.
— Und dann!——— hat Erik Recht von meiner Tochter Rechenſchaft zu fordern?——— Komm, Gerda!— und der Baron faßte die Hand des Mädchens.
— Thue das nicht noch einmal, Gerda, das ſchickt ſich nicht für ein Fräulein Helgen⸗ Gewiß thue ich das, denn ich wurde ſo ver⸗ gnügt dabei, und ich will es wieder thun, und ich werde es wieder thun. Ernſt hat mich gelehrt gut zu ſein, und ich gehorche keinem Anderen, als ihm,— antwortete Gerda trotzig.
— Kind, Du mußt Deinem Vater gehorchen.
— RNein, ich ſoll nur meinem eigenen Willen folgen, hat Papa geſagt. i
Der Baron blickte die Tochter mit einem gewiſſen Anſtrich von Zärtlichkeit an und fügte dann hinzu
— Aber wenn Du mir damit Verdruß mach
— Dann laſſe ich es bleiben,— antwor
Gerda und küßte die Hand des Vaters. 5


