Teil eines Werkes 
Die Schutzlosen : eine Erzählung / von Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von Dr. Otto gen. Reventlow
Entstehung
Einzelbild herunterladen

10

mit einem jugendfriſchen und edlen Geſicht ſtand vor ihr.

Weil ich ihn bat, mir einen Reichs⸗ thaler zu geben Ach ich bin ſo unglücklich, meine Mutter ſtirbt vor Kälte; mehr vermochte ſie nicht zu ſagen; denn das Schluchzen erſtickte ihre Stimme und ſie verbarg ihr Geſicht in der Schürze. Wie alt biſt Du? fragte der Jüngling.

Das Mädchen blickte ihn verwundert an und

antwortete:

Vierzehn Jahre! aber vielleicht werden Sie jetzt auch böſe. Nein, mein Kind, wenn Du mir der Wahr⸗ heit gemäß antworten willſt.

Warum ſollte ich nicht Wahrheit ſprechen?

Der Jüngling lächelte über dieſe naive Antwort und über die vollkommene Unbekanntſchaft mit aller Verſtellung, welche darin lag. Er hob wieder an:

Haſt Du lange gebettelt?

Nein, nein, ich habe es nie früher gethan, antwortete das Mädchen mit vieler Heftigkeit; aber jetzt, nachdem Alles, was wir beſeſſen, während Ma⸗ ma's Krankheit verkauft worden iſt, und ich keine Arbeit erhalten konnte, mußte ich es thun. Heute Abend, als Mama auf ihrem Lager lag und vor Mangel an Allem winſelte, faßte ich den Entſchluß, mich an irgend einen barmherzigen Menſchen zu wenden um ſo viel zu bekommen, wie ich zu eini⸗ cen Holz, einem wenig Milch und ein Paar für ſie nöthig hatte. Ich wußte nicht, daß

hts Schlimmes E

Böſes ſei. Nicht wahr, mein Herr, ich

*