krank und ich beſitze Nichts zu Holz, Eſſen und Me⸗ dicamenten für ſie,— antwortete das Mädchen weinend.
— Das Lied da kenne ich, ſo ſagen alle Bettel⸗ kinder;— ſagte der Herr und entfernte ſich; aber das arme Kind, welches gewiß in großer Noth war, faßte verzweifelt ſeinen Pelz, um ihn feſtzuhalten, und rief in ſchmerzlichem Tone:
— Aus Gnade, geben Sie mir einen Reichstha⸗ ler, ſonſt ſtirbt meine Mutter vor Kälte und Hunger. Ich habe nie früher gebettelt, aus Barmherzigkeit, um unſer Aller Erlöſer willen, helfen Sie mir!
— Fort von mir! wie kannſt Du es wagen Leute auf der Straße anzuhalten? Danke Gott, daß ich nicht einen Polizeibiener rufe;— und damit verſetzte er ihr einen Schlag mit ſeinem Stock über die Schulter.
Das Mädchen ließ gleich den Pelz fahren und ſetzte ſich, indem ſie Alles außer dem Erniedrigen⸗ den des Schlages vergaß, auf einen Ausweichſtein und weinte; weinte bittere und ſchmerzliche Thrä⸗ nen, während ſie ſeufzte:
— O mein Gott! mein Gott!
— Warum ſchlug der Herr Dich, mein Kind? — fragte eine freundliche, wohllautende, männliche Stimme, und in demſelben Augenblick fühlte das auf ihrer ſteifgefrornen Schulter eine warme
and.
Sie blickte auf zu dem, der ſie mit ſo vieler Theilnahme angeredet hatte. Ein Jüngling von einigen und zwanzig Joh


