263
Als Lothars Bedienter am Morgen bei ihm ein⸗ trat, ſagte er:
„Herr Baron, es iſt geſtern Abend ein Unglück geſchehen.“
„Welches?“ fragte Lothar.
„Ich weiß nicht ob ich wagen darf es zu erzäh⸗ aber Herr Baron, Sie werden wohl den⸗ noch.
Hier wurde der Bediente von Jemand unter⸗ brochen der heftig die Salonthüre aufriß; Lieutenant Steen trat haſtig in Lothars Cabinet und rief mit aufgeregter Stimme:
„Canitz, welches gräßliche Ereigniß! Und noch an Deinem Verlobungstag!“
Lothar ſprang auf.
„Von welchem Ereigniß ſprichſt Du?“.
„Von dem Unglück das Deine liebenswürdige Braut betroffen hat.“
„Schuldfried!“
„Die Pferde gingen mit ihr durch und...
Lothar ſprang an die Thüre um hinauszuſtür⸗ zen; aber Steen ergriff ihn beim Arm und ſagte:
„Wohin, mein armer Freund?“
„Zu ihr!“
„Canitz, nimm all Deinen Muth zu Hilfe und höre mich an: Sie iſt ſammt dem Wagen und den Pferden in den Strom geſtürzt.“
„Das iſt nicht wahr, es kann nicht ſein!“ rief er verzweiflungsvoll. Er ergriff ſeinen Hut und eilte die Treppe hinunter. Einige Augenblicke dar⸗ auf klingelte es heftig an Schuldfrieds Vorſaal.


