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mit Schméicheleien, damit ich nicht merken ſoll daß Du mich gekrazt haſt.“ Man ſoupirte und endlich brach man auf.
Der Morgen kam wieder mit Leben und Bewe⸗ gung. Tante Sara war früh aufgeſtanden, um nach dem Schmaus wieder Alles in Ordnung zu bringen. Sie war eben beſchäftigt die Gläſer und das Porzellan zu zählen, als des Profeſſors Anders eintrat..
„Schon auf, Fräulein?“ ſagte Anders.„Wiſſen Sie das Unglück ſchon?“
„Welches Unglück?“ fragte Sara.
„Das Unglück mit Madame Dorbino.“
„Um Gotteswillen, was iſt ihr geſchehen?“
„Die Pferde ſind mit dem Wagen, dem Kutſcher und ihr ſcheu geworden und geradezu in den Strom geſprungen. Eklund, der hier aufwartete, kam ſo eben und erzählte die ganze Geſchichte... Herr Jeſus, wie bleich Sie werden, Fräulein!“
„Victor! Victor!“ ſchrie Sara aus vollem Halſe und ergriff verzweiflungsvoll ihren Kopf.„Victor! Victor!“
. Des Profeſſors Thüre ging auf und er zeigte ſich in ſeinen Schlafrock gehüllt auf der Schwelle. Was gibts?“ fragte er. Sara ſprang auf ihn zu und rief verzweif⸗ lungsvoll:„ „Schuldfried iſt zu Tode geſtürzt!“ Darauf fiel ſie in Ohnmacht.


