—
249
keinen Schmerz, kein Leiden, ſo lange ſie an ſeiner Seite ſteht; er wird ſehr, ſehr glücklich werden.“
Der Doctor ſtüzte den Kopf in ſeine Hand und murmelte:„Glücklich er,— der Sohn des Hen⸗ kers der Meinigen!“ Wagner richtete heftig ſeinen Kopf auf und fügte hinzu:„Nein, und müßte ich mich zu einem Verbrechen erniedrigen, ſo darf ein Canitz nicht glücklich werden.“
Natalie hatte ſchweigend dageſeſſen, in der Er⸗ wartung daß der Doctor noch Einiges hinzufügen würde; aber als dieß nicht geſchah, ſagte ſie:
„Nun, Doctor, werden wir daſizen und ganz be⸗ ſcheiden das Glück dieſer Leute anſehen, ein Glück das in den Ruinen unſerer Pläne aufgeblüht iſt?“
„Ich habe noch nie die infame Rolle eines Zu⸗ ſchauers geſpielt, wenn Etwas mir unangenehm wat. Nein, Gräfin, wer einen Zweck erreichen will, muß auch im Stande ſein Etwas dafür zu wagen. Wir wollen jezt ſehen ob Sie energiſch genug ſind um dieſen Grundſaz feſthalten zu können.“
„Sie können deſſen verſichert ſein.“
„Gut!“ Der Doctor ſtand auf um die Thüre zu ſchließen, aber in dieſem Augenblick trat der Be⸗ diente ein und meldete:
„Lieutenant Aberney!“
In der nächſten Minute küßte Tage die Hand der Gräfin, indem er einige Worte von Erkenntlich⸗ keit u. dgl. murmelte. Man konnte ihm leicht an⸗ ſehen daß ein verheerender Sturm über ſein Inne⸗ res gezogen war.
„Nun, Lieutenant Aberney, Sie werden ſich


