Teil eines Werkes 
Schuld und Unschuld : Roman : 3. Band (1862)
Entstehung
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Spanne meinen bedeckten Wagen an und fahre ſogleich zu Doctor Wagner; er möge hieher kommen. Der Bediente entfernte ſich und nun ſchrieb die Gräfin Folgendes: Lieutenant Aberney!

Ich bin eine ſchlechte Freundin; ich habe Ihren Intereſſen übel gedient. Conitz verlobt ſich mit Schuldfried. Er wird ſie alſo Ihnen entreißen. Beſuchen Sie mich ſobald Sie dieſes erhalten.

Natalie.

Etwas ſpäter erhielt die Gräfin folgendes

Schreiben: 3 Meine gnädige Gräfin!

Sie, die Sie mit ſo vieler Güte einen armen Gelehrten umfaßt haben und überdieß dem Liebling des Gelehrten, ſeiner Nichte, Ihre Freundſchaft ſchen⸗ ken, werden ſich ſicherlich nicht der Einladung ent⸗ ziehen die Verlobung Schuldfrieds mit Lothar Canitz am 4. Juli mit Ihrer Gegenwart zu beehren. Wo Sie auftreten, da erſcheinen auch Freude und Lieb⸗ reiz in Ihrem Gefolge.

Mit ausgezeichneter Achtung hat die Ehre zu zeichnen 3Ihr gehorſamſter Diener

Victor Aberney.

Natalie zerdrückte dieſen Brief mit krampfhafter Heftigkeit, indem ſie murmelte:

Ich werde kommen, aber ich werde ein ganz anderes Gefolge als Freude in Dein Haus mitbrin⸗ gen, Du ſcheinheiliger Pedant. Es iſt als wollte er ſich an meiner Niederlage erlaben. Auch dieſer hochmüthige Finne muß dadurch niedergedrückt wer⸗