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Sie unter allen am meiſten bewundern und vereh⸗ ren. Sie haben ſie auf eine Art vertheidigt die Ihnen ſehr theuer zu ſtehen kam..
„Ah, Sie kennen alſo die Geſchichte vom blauen Thor?“ Lothar runzelte die Brauen.
„Ich habe ſie in den Zeitungen geleſen.“
„Alle Anweſenden gelobten Stillſchweigen und dennoch weiß die ganze Hauptſtadt darum. Es ſchmerzt mich daß Männer ihr Wort brechen können. Im Uebrigen, Gräfin, kann man ein Frauenzimmer verehren und bewundern, ja ſie ſogar vertheidigen, ohne daß damit bewieſen iſt daß man ſie liebe.“
„Ihre Worte ſezen mich in Erſtaunen und er⸗ freuen mich.“ Natakie fixirte Lothar.
„Man kann nicht zwei Herren zugleich dienen, Gräfin. Ich liebe die Frau die mir für die Schiff⸗ brüche meines Ehrgeizes Erſaz gewähren wird, und an deren Seite ich einen Himmel auf Erden zu fin⸗ den gedenke, zu ſehr als daß ich einer andern hul⸗ digen könnte.“
„Ah! Sie lieben alſo„
„Ja, ich der Granitmenſch, wie Sie mich nann⸗ ten, könnte, von einer ganzen Welt verachtet und verſtoßen, glücklich leben wenn ich nur zu ihren Füßen leben dürfte, umkost von ihrer Stimme und bezaubert von ihrem Bilde.“
Nataliens Augen ruhten wie feſtgezaubert auf Lothars jezt ſo warmen und lebhaften Geſichtszügen, worin die Kraft einer mächtigen, glühenden Leiden⸗ ſchaft zu leſen ſtand. Nie war er ſo ſchön geweſen wie in dieſem Augenblick. Nataliens Herz bebte von einer eigenthümlichen Unruhe. Die Hoffnung, die


