—————————————
241
erhalten. Warum und zu welchen Zwecken, das be⸗ greife ich nicht.“
„Nun wohl, ich habe ihn wirklich von Dr. Wag⸗ ner erhalten,“ rief Natalie, welche einſah daß eine gutgeſpielte Aufrichtigkeit hier an ihrem Plaze war. Er hat ihn mir mit dem Wunſche gegeben daß ich ihn in Ihre Hände bringe, Sie jedoch dabei an das Verſprechen erinnern ſolle das Sie Ihrem Vater gegeben haben.“
„Warum gab er Ihnen einen ſolchen Auftrag?“ fragte Lothar kalt.
„Aus dem einfachen Grund weil er meine Er⸗ gebenheit gegen Sie kennt.“
„Sie ſind allzu gütig!“ Lothar werbeugte ſich.
„Er weiß auch daß Sie ihm mißtrauen, und deßhalb wünſchte er Ihnen durch eine andere Hand die Nachricht zukommen zu laſſen daß Madame Dor⸗ bino eigentlich nicht Smith heißt, ſondern.. Aberney,“ fiel Lothar ein.„Ich weiß
as.“
„Wiſſen Sie auch daß ihre Mutter...“
„Die Schweſter von Edith Ehrmann war, die den Legationsſecretär Canitz heirathete. Ja, Frau Gräfin, Alles das weiß ich.“ 3
„In dieſem Fall war Dr. Wagners Unruhe dar⸗ über daß Ihre frühere Neigung zu Madame Dor⸗ bino wieder aufflammen könnte ungegründet.“
„Vollkommen!“— Lothar lächelte.„Der gute Doctor glaubte mich alſo von meiner Herzensſchwach⸗ heit retten zu können, indem er mich darüber auf⸗ klärte daß Madame Dorbino einer Familie angehöre
Schwartz, Schuld und Unſchuld. III. 16


