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„Ja,“ ſagte Tage nicht ohne eine gewiſſe Bit⸗ terkeit im Tone,„ich war mit der Carolina in Nea⸗ pel und hörte damals von Madame Dorbino ſpre⸗ chen, ahnte aber nicht daß ſie und Du eine und die⸗ ſelbe Perſon wäret.“
„Du hatteſt alſo keine Idee davon daß Schuld⸗ fried in Neapel war?“
Tage wechſelte die Farbe, antwortete aber ſo⸗ eich: „Nein, das hatte ich nicht.“
„Unbegreiflich daß ich Deinen Namen nicht unter den Offizieren nennen hörte die man mir als an⸗ weſend bezeichnete,“ ſagte Schuldfried gedankenvoll.
„Vielleicht war auch Deine Aufmerkſamkeit ſo ausſchließlich auf einen einzigen Namen geheftet, daß Du den meinigen nicht beachteteſt.“ Tage fühlte ſich von eiferſüchtiger Wuth erfaßt. Er war nahe daran Aberneys Anweſenheit zu vergeſſen und vor dieſem die Ereigniſſe in Neapel zu erzählen, ja ſo⸗ gar zu geſtehen daß er von Schuldfrieds Anweſen⸗ heit gewußt habe. Bei dieſer Anſpielung auf Schuld⸗ frieds Intereſſe für Lothar nahm die junge Dame einen würdevollen Ausdruck an und antwortete bei⸗
nahe kalt: „Wie kannſt Du wiſſen daß am Bord der Fre⸗ gatte Carolina eine Perſon war über deren Namen ich meine Freunde vergeſſen hätte?“
„Ich fragte ja bloß.“ Tage ſpielte mit einigen Nähſachen die auf dem Tiſche lagen.—„Es war mir unerklärlich daß meine Cameraden bei Aufzäh⸗ lung unſerer Namen mich vergeſſen ſollten.“


