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Als Schuldfried mit ihrem friſchen, klangvollen Organ Aberney herzlich willkommen geheißen, wandte ſie ſich zu Tage. Ueber die ſammtenen Wangen fiel eine höhere Schattirung von Roth, als ſie Tage die Hand reichte mit den Worten:
„Wie freue ich mich nicht über dieſes Wieder⸗ ſehen! Willkommen, Tage, und verzeih all die Un⸗„ ruhe die ich durch mein plözliches Verſchwinden aus dem Kreis meiner Freunde verurſacht habe. Vergiß wo möglich die Leiden die ich durch dieſen Schritt hervorrief, und glaube daß ich Dir heute als Freun⸗ din und Schweſter die Hand reiche. Schuldfried hat nicht eine einzige Minute aufgehört dieſes für Tage zu ſein.“
Dem jungen Lieutenant wirbelte es im Kopfe. Es ſchwindelte vor ſeinen Augen und er ſtammelte einige unzuverläßige Worte, während er Schuld⸗ frieds Hand ergriff und an ſeine Lippen führte.
Aberney betrachtete die jungen Leutchen. Schuld⸗ fried war, mit Ausnahme der Röthe die auf ihren Wangen aufſtieg als ſie ſich zum erſten Mal an Tage wandte, ruhig geblieben. Sie grüßte ihn mit einer Freundlichteit die von aller Bewegung ſo frei war, als hätten ſie ſich erſt geſtern verabſchiedet und heute wieder getroffen. Er dagegen war ſo aus aller Faſſung gebracht, daß man daraus leicht auf die Stärte des Intereſſes ſchließen konnte das ihn noch nach ſechs Jahren an ſeine Jugendfreundin knüpfte.
„Er liebt ſie; aber an ihr zeigt nichts daß ſie ihn ſiebt. Armer Tage! Das Geſchenk ihres Her⸗ zens iſt nicht für Dich beſtimmt,“ dachte Aberney.


