ſich ja nicht leugnen. Die Schuld davon wird immer auf Dich fallen weil Du in Deiner Unverſöhnlichkeit nichts von der Mutter wiſſen wollteſt, ſondern das arme Kind den Winden und Wellen Preis gabeſt. Im Uebrigen dürfte ſie wohl kaum ein rechtſchaffe⸗ nes Weib ſein, da ſie von zwei oder drei Männern getrennt iſt. Da ſieht man daß die Sünden der Päter
„Behalte Deinen Soz gefälligſt für Dich, er paßt ſchlecht auf meine Nichte,“ fiel Aberney ſcharf ein.„Was die drei Männer betrifft, ſo iſt Alles zuſammen erlogen. Sie iſt die Wittwe des einzigen Mannes den ſie hatte,“
„Sie war verheirathet! Schuldfried mit einem Andern verheirathet!“ dachte Tage. „Was kommt Dich an, der Du früher nie nach
ihr noch nach der Mutter fragteſt, daß Du jezt...“ „Die Tochter aufſuchſt?“ fiel Aberney ein.„Der Zufall hat uns zuſammengeführt. Die Mutter iſt jezt todt und— das Grab verſöhnt Alles. Mor⸗ gen bringe ich Enochs Tochter hieher. Bis dahin kaſſen wir, wenn Du willſt, Tante, die Sache da⸗ hingeſtellt. So wie Du meinen Character kennſt, Tante, begreiſſt Du wohl daß ich Enochs Tochter nicht als meines Bruders Kind betrachten würde, wenn ſie nicht ein achtungswürdiges Weib wäre.“ Die Tante ſeufzte; ſie war zu aufgeregt um mit Einwendungen oder Fragen hervorzurücken. Eno Edith, Alles was ſie auf Erden am meiſten geliebt hatte, ſtand lebhaft vor der Erinnerung der guten Alten, und ſie dachte in ihres Herzens Betrübniß


