Teil eines Werkes 
Schuld und Unschuld : Roman : 3. Band (1862)
Entstehung
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die Sache einmal berührt habe. Du dürfteſt ihr

daher, bis ſie ſelbſt auf den Gegenſtand zurückkommt, alle Fragen erſparen, wenn Du entſchloſſen biſt ſie wieder zu ſehen.“

Aberney verließ das Zimmer und Tage warf ſich auf den Sopha; in ihm tobten all dieſe aufgereg⸗ ten Gefühle, die in unſerm Innern ein verworrenes Chaos von Gutem und Böſem hervorbringen.

Bei Tiſch ſagte der Profeſſor ganz plözlich zu Sara:

„Ich ſoll Dich von Enochs Tochter grüßen.“

Tante Sara ſtand im Begriff einen Kalbsbraten nach allen Regeln der Kunſt zu tranſchiren. Sie ließ Meſſer und Gabel fallen und machte eine ſo heftige Bewegung daß ſie ſammt ihrem Stuhl weit vom Tiſche hinwegkam. Dabei ſchlug ſie die Hände zuſammen und ſtarrte Aberney an, als traute ſie ihren Ohren nicht. Die Beſtürzung war ſo groß, daß es mehrere Minuten anſtand bis ſie ein Wort über ihre Lippen bringen konnte. Endlich murmelte ſie mit undeutlicher Stimme:

„Um Gottes willen, was ſagſt Du?“

„Ich ſage daß ich Enochs Tochter getroffen habe und daß ich Dich von ihr grüßen ſoll.“

„Aber.. aber...“ ſtammelte Sara, die vor Aufregung nicht ſprechen konnte.

„Nun, liebe Tante, mach Dich nur wieder an Deinen Braten, ſo will ich Dir inzwiſchen erzählen

daß wir eine ausgezeichnete Sängerin hieher bekom⸗

men haben und...

„Victor, treibe mit Deiner alten Tante kein Ge⸗

ſpötte, Du weißt..“

—ꝛ