Teil eines Werkes 
Schuld und Unschuld : Roman : 3. Band (1862)
Entstehung
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druß meines Herzens, die ganze Erbitterung die meine Seele bei dem Gedanken an ihren gräßlichen Betrug erfüllt, gegen ſie ausgießen?“ Tage ging mit großen Schritten auf und ab.

„Wen hat ſie denn betrogen? Worin beſteht ihr Betrug?“ fragte Aberney.

„Papa, denk an ihre Flucht, denk an die Jahre worin ſie uns in Unkenntniß über ihr Schickſal er⸗ hielt, an die Sorgfalt womit ſie ſich verbarg, an die Herzloſigkeit womit ſie mich verließ.— Für wen hat ſie das Alles gethan?— Für keinen Andern

„Thörichter Junge, ſprich nicht eine Anklage aus von welcher Du weißt daß ſie falſch iſt. Sie iſt jezt wie immer achtungswürdig.“

„Sie?— die Sängerin die wie eine Abenteu⸗ rerin, ohne Schuz und ohne Stütze, allein in der Welt umhergereist iſt!“

„Höre, Tage, wenn Du in dieſem Ton ſortfah⸗ ren willſt, ſo iſt eine Beſprechung zwiſchen uns über⸗ flüſſig. Mir vergeht dann alle Luſt Dir mitzuthei⸗ len was ich während meiner kurzen Beſprechung mit Schuldfried erfahren habe.“

„Du glaubſt alſo was dieſe Lippen ſagen die an Lüge gewöhnt ſind? Du glaubſt an die Aufrichtig⸗ keit einer Stimme welche Jahre lang die Kunſt ſtudirt hat den Ausdruck wahren Gefühls anzu⸗ nehmen?“

Aberney hatte ſich mit gekreuzten Armen auf . Sopha geſezt. Als Tage verſtummte, ſagte er kalt:

„Ich glaube, Dir iſt das Blut dermaßen zu Kopfe