Teil eines Werkes 
Schuld und Unschuld : Roman : 3. Band (1862)
Entstehung
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ſie fand es abſcheulich von Tage und ihrem Reffen ſo behandelt zu werden. Dieſe Herren ſchloßen ſie von allem Vertrauen aus, und das war mehr als ſie ertragen zu können glaubte. Mit wilder Haſt flog ſie jezt durch den Salon und in ihr eigenes Zimmer deſſen Thüre ſie ſchmetternd zuſchlug, als hätte ſie gehofft daß dieſe Aeußerung ihres Unwil⸗ lens ihr Bahn zu dem Neffen brechen würde. Wir laſſen jezt die Alte auf eigene Fauſt ihren aufge⸗ regten Gefühlen Luft ſchaffen, und wollen ſehen was zwiſchen Tage und Aberney vorging.

Als die Thüre hinter ihnen geſchloſſen war, ſagte der Leztere:

„Mein lieber Tage, Du beſizeſt gar zu wenig Mocht über Deine Gefühle, da Du mit Fragen auf mich losſtürzeſt, und zwar in Gegenwart der Tante.“

„Papa, ſeit geſtern weiß ich nicht mehr was ich thue oder ſage. Bedenke einmal, ſie auf den Thea⸗ terbrettern wieder zu ſehen, als Gegenſtand all die⸗ ſer Blicke und Huldigungen, behandelt wie ein Ge⸗ ſchöpf das man für Geld ausziſchen oder heraus⸗ rufen kann, wie eine Spielſache in der Hand des Publicums. O mein Gott! Habe ich ſie darum ſo warm und innig geliebt? Wer, wer hat die reine, unverdorbene Schuldfried in das verwandelt was ſie jezt iſt?“

„Tage,“ ſiel Aberney ein,„ſie iſt was ſie war, daſſelbe reiche Herz, daſſelbe unſchuldsvolle Mädchen.“

„Soll ich das glauben, Papa? Nein, ſie iſt eine Schauſpielerin und nichts anderes. Warum durfte ich nicht zu ihr gehen und den ganzen tiefen Ver⸗