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ihn ruinirt hatte. Jezt ſei ſie mit einem Sänger liirt. Sie ſoll ein wahres Muſter von Coketterie und ſo intrigant ſein, daß ſie alle Männer abfängt die ihr in den Weg kommen. Meine Adele, die, wie Du weißt, ein höchſt ſittſames Mädchen iſt, ſagte, ſie habe ſich geſchämt ſie nur anzuſehen.“
„Deßhalb halte ichs fürs Beſte wenn man ſolche Orte der Sünde, wie das Theater iſt, gar nicht beſucht. Du und Adele werdet wohl nicht mehr hin⸗ gehen um ſie zu hören?“
„Ei wie Du ſo ſprechen magſt, beſte Sara! Du weißt daß Adele muſicaliſch iſt, ſie muß ſich alſo bei allen Vorſtellungen wo ein Talent auftritt zei⸗ gen. Man muß nothwendig Madame Dorbino ge⸗ hört haben, wenn man mit in der großen Welt lebt.“ Frau F. wollte immer dafür angeſehen wer⸗ den daß ſie zur großen Welt gehöre. Sie fuhr fort:„Wir haben uns für alle ihre Vorſtellungen abonnirt. Heute hat Adele ihr Portrait gekauft das bereits in allen Buchhandlungen vorräthig iſt. Sie iſt in der Mode, und da muß man ihr Bild auf dem Salontiſch liegen oder über dem Clavier hängen haben.“
„Das Bild eines Frauenzimmers von welchem Du ſo viel Böſes weißt?“
Das iſt etwas ganz Anderes; wir beſizen das Recht ihr Leben zu tadeln und in dieſem Fall ſtreng zu ſein; aber man muß doch zeigen daß man ihr Talent zu würdigen verſteht; ſonſt heißt es man habe gar kein Urtheil. Im Uebrigen muß man die Theaterleute nehmen wie ſie ſind; an ihre Sitten macht man keine großen Anſprüche, man bewundert


