Teil eines Werkes 
Schuld und Unschuld : Roman : 3. Band (1862)
Entstehung
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„Ja, ich weiß daß ſowohl Tage als Victor da

waren.“

„So, der Profeſſor war auch da? Ihn ſah ich nicht; dagegen aber ſah ich den reichen Finnen der bei der Fioite iſt, Baron Canitz.“

„Er iſt kein Finne,“ fiel Sara unwirſch ein.

„Doch, liebe Freundin, er iſt einer, ich weiß die„ Sache ganz genau. Sein Vater wurde im lezten finniſchen Krieg erſchoſſen. Ich habe genaue Mit⸗ theilungen datüber.“

„Es ſcheint mir als ob ich es beſſer wiſſen müßte,“ ſiel Sara mit ſteigender Hize ein.

„Laß uns nicht ſtreiten. Wir haben ſchon ſo viel über die Sache diſputirt daß ich glaube wir könnten es jezt dabei pewenden laſſen. Ich kam ganz von dem ab was ich ſagen wollte. Ja, Ba⸗ ron Canitz ſaß im Ochſenauge auf der erſten Reihe, und ich glaubte er würde die Sängerin verſchlucken, ſo ſah er ſie an. Geſtern Mittag hörte Adele ihre ganze Lebensſtizze von Fräulein A., welche dieß Alles von Frau O. hatte, deren Mann in der Ca⸗ pelle iſt, und er hatte es von Frau““, unſerer erſten Sängerin.“.

„Sie iſt ja eine Franzöſin; wie können alſo dieſe Frauen etwas von ihr wiſſen?“ fiel Sara un⸗

geduldig ein.

„O ſolchen Perſonen geht, ſowohl im Böſen wie im Guten, ihr Ruf voran. Sie ſoll von zwei Män⸗ nern getrennt worden ſein, überdieß eine Verbin⸗ dung mit einem Prinzen gehabt haben, der ſie an einen engliſchen Lord abtrat, und dieſer wieder a—

einen reichen Franzoſen, welchen ſie verließ als ſi