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trenne ich auch Gedanken und Gemüth von Allem was gemein und erniedrignd iſt.“
„Das iſt unmöglich menn man ſein Leben in der unreinen Atmoſphäre der Theaterluft, umeben von Intriguen und Leichtſini, zubringt, mit Unwahrheit und Verſtellung als Boruf.“
„Onkel,“ rief Schuldfried mit glühenden Wan⸗
gen,„wo im Leben ntgehen wir dem? Nirgends. Ob wir Schauſpielep auf dem Welttheater oder auf der Theaterſcene ſinb, ſo werden wir immer vom Böſen heimgeſucht/ oder angeſteckt. Es kommt auf uns ſelbſt an wig viel davon uns anklebt. Das Theaterleben hat ſeine Nachtſeiten, ich weiß es; aber wenn ich mit einem für die Kunſt entflammten Her⸗ zen nur ſie liehé, ſo ſehe ich alles Schlechte was mich umgibt rücht. Ich brauche mich nicht in die Myſterien der Couliſſen einweihen zu laſſen; die ſind mir gleichgiltig, ſie gehören nicht zu meiner Künſtler⸗ laufbahn, und was dieſe nicht berührt, das iſt für eine wahre Künſtlerſeele nicht vorhanden. Duſagſt, unſer Beruf ſei Verſtellung und Unwahrheit. Nein, Onkel, für den Künſtler nicht. Für ihn iſt das Bild das er darſtellen ſoll ein Theil ſeiner ſelbſt. Er wird von der Idee des Verfaſſers ergriffen und die Worte des Dichters erhalten Leben und Form. Der Schau⸗ ſpieler der ſich die Verſtellung zur Aufgabe macht iſt kein Künſtler und wird nie etwas anderes als ein Zerrbild von der Idee des Verfaſſers darſtellen. Er wird nie die Kraft beſizen das Publicum hinzu⸗ reißen. Wenn dieß für den dramatiſchen Künſtler
gilt, ſo gilt es noch mehr für den lyriſchen. Onkel“ — Schuldfried ergriff ſeine Hand und fuhr mit


