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„So hätteſt Du ſie ucht als Deine Nichte an⸗ erkannt,“ flüſterte Schukdfried.
Des Profeſſors Stirme verdüſterte ſich. Er ſah Schuldfried mit einem ſtremngen Blick an und ſagte:
„Meine Nichte iſt jezt Schauſpielerin. Was weiß ich von Madame Dorbino? Ich kenne die Sitten der ausgezeichneten Sängerin nicht. Ich weiß wohl daß ſie Jahre ihres Lebens auf den Theaterbrettern zugebracht hat. Dachteſt Du Hamals keinen Augen⸗ blick an die zweideutige Stellung in welche Du kamſt, indem Du...
„Indem ich Künſtlerin wurde?“ fiel Schuldfried ernſt ein.„Onkel,“ fügte ſie mit Wärme hinzu, zich dachte bloß daran daß die Kunſt mich mit einem Leben verſöhnen könne das durch fremde Schuld bitter geworden. Ich fühlte daß ich zur Künſtlerin geboren war, und daß ich nur meinen Beruf folgte indem ich wurde was ich jezt bin. Ein ſo aufge⸗ klärter und vorurtheilsfreier Mann wie Du, Onſel, kann die Schauſpielerlaufbahn nicht als verächtlich bezeichnen wollen. Das Poetiſchſte was Du gedacht, das Schönſte was Du componirt haſt, wäre ja ein todter Buchſtabe geblieben, wenn nicht der Sänger oder Schauſpieler ihm Leben gegeben hötte. Das Theater iſt es nicht was demoraliſirt und erniedrigt; denn überall in der Welt kann ich ein ehrenhaſter Menſch bleiben, wenn ich nur ſelbſt es bleiben will. Liebe ich die Kunſt, das Schöne in ihr, und widme ich mich ausſchließlich der edlen Aufgabe mich wahr und treu in alles Hohe und Erhabene einzuleben was ich als Künſtler vorſtellen kann, dann, Onkel,


