Teil eines Werkes 
Schuld und Unschuld : Roman : 3. Band (1862)
Entstehung
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werden ſpäter, bei einer wichtigeren Gelegenheit, dar⸗ auf zu ſprechen kommen.

Als die Eſſenszeit kam, erhob ſich Aberney um zu gehen, aber Schuldfried ergriff ſeine Hand und ſagte mit einem bezaubernden Lächeln:

Willſt Du mich ſchon verlaſſen, Onkel? Könnteſt Du Schuldfried nicht dieſen Tag ſchenken?

Kind, dieſen und alle meine Tage möchte ich Dir gerne ſchenken; aber was hälfe ich jezt der ge⸗ feierten Sängerin? Dieſe lezten Worte ſprach Aberney mit einem Anſtrich von Bitterkeit.

Während der ganzen Erzählung Schuldfrieds hatte er ſtille dageſeſſen, ohne durch die mindeſte Geberde oder Miene ſeinen Beifall oder ſeine Mißbilligung ihres Benehmens zu erkennen zu geben. Als ſie von den Motiven ſprach welche ſie veranlaßt hatten Sängerin zu werden, lehnte Aberney bloß ſeinen Kopf in ſeine Hand und ſeufzte. Gleichwohl lag in dieſer Bewegung Etwas das ihr ſagte daß er die⸗ ſen Schritt nicht billige. Jezt ſprach er es ſogar offen aus.

Onkel, wenn Du ſo denkſt, warum ſuchteſt Du mich auf?

Ich wollte Dich wieder ſehen. Ich wollte wiſſen warum Du entflohen biſt, ohne mir einen Grund für Dein Benehmen anzugeben, und warum Du mich ſo viele Jahre lang in Unkenntniß über Dein Schickſal ließeſt. Kurz und gut, ich wollte wiſſen was aus dieſem bezaubernden Kinde gewor⸗ den iſt das ich einſt lieber hatte als alles Andere hier auf Erden. Hätte die Welt ſie zerſtört, ſo...