Teil eines Werkes 
Schuld und Unschuld : Roman : 3. Band (1862)
Entstehung
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chem Ausdruck! Schuldfried drückte die Hand über ihre Augen.Nicht ſo dachte ich mir unſer Wiederſehen; und gleichwohl hätte ſein Nichterſchei⸗ nen bei dem Rendezvous in Neapel mir ſagen müſ⸗ ſen daß ich aufgehört habe Etwas für ihn zu ſein. Es war entſezlich bitter ſeinem Blick voll Hohn und Ritleid zu begegnen. Ach, ich hatte geträumt daß er mir liebevoll entgegen blicken würde. Schuld⸗ fried drückte mit leidenſchaftlicher Zärtlichkeit den Brief an ihre Lippen und an ihr Herz, während ſie in Gedanken fortfuhr:O ich wahnwiziges Kind, ich beſaß einmal dieſes Herz und warf es wie ein un⸗ würdiges Spielzeug von mir, Wie war es mößlich dieſen Brief nicht zu verſtehen worin jedes Wort Hochſinnigkeit athmet! Schwer habe ich mich gegen den Freund meines Herzens vergangen. Werde ich es je ſühnen können? Sühnen? Will er auch nur ein Sühnopfer von mir haben? Nein, nein, Schuldfried hat er vergeſſen und für Madame Dorbino hegt er nur Verachtung. Was waren mir all dieſe Beifallsrufe, all die Huldigungen die man mir widmete, wenn er nur Hohn auf den Lippen hatte? Schuldfried ſprang auf und ſtellte ſich vor den Spiegel, indem ſie in Gedanken fortfuhr:In allen Sprachen hat man mir geſagt daß ich ſchön ſei. Sie faltete ihre Hände:O Vater da oben! Wenn es ſo iſt, ſo mach mich in ſeinen Augen ſchön; laß mich noch ein einziges Mal Liebe und Ver⸗ zeihung in ſeinem Blick leſen, dann mag die ganze Welt mich verſtoßen, und ich werde im nächſten Augenblick zu ſeinen Füßen ſterben.

Hier wurde ſie durch eine Dienerin von mittle⸗