Teil eines Werkes 
Schuld und Unschuld : Roman : 3. Band (1862)
Entstehung
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. ſich. Die Gräfin beantwortete lächelnd den Gruß, und ſo gleich flüſterte der Gardelieutenant:

Du beneidenswerther Sterblicher, der Du Dich rühmen kannſt ein Lächeln von ihr erhalten zu haben! Ich bin noch nicht ſo glücklich geweſen einen Blick zu bekommen.

Der zweite Act begann. Als der Vorhang in die Höhe ging, hätte Tage beinahe einen Ausruf gethan. Unwillkürlich griff er in den Arm ſeines Nachbars und preßte ihn zwiſchen ſeinen ſtarken Fingern.

Ich ſehe ſchon von ſelbſt daß ſie ſchön iſt; Du brauchſt mich nicht ſo handgreiflich darauf aufmerk⸗ ſam zu machen, flüſterte der Nachbar ungeduldig.

Die Arie der Agatha begann. Alle Augen hin⸗. gen an den Zügen der Sängerin, jedes Ohr war von ihren Tönen gefeſſelt. Es gab jedoch drei Per⸗ ſonen die bei ihrem Anblick ſo ſtark erſchüttert wur⸗ den, daß ſie nicht einmal den Anfang der ſchönen Arie hörten.

Der ältere Herr im rechten Ochſenauge mur⸗ melte, während er mit der Hand über ſeine Stirne

fuhr:

In dieſes Rabenneſt alſo hat ſich die ſchnee⸗ weiße Taube verirrt! Armes Kind, mußte ich Dich ſo wieder finden!

O mein Gott, alſo hier ſollte ich ſie wieder ſehen? dachte Tage und ſtierte mit wilden Blicke die Erſcheinung an.

Das iſt ſie und zwar ſchöner als je! f ſterte Lothar.Auf dem Theater ſollte ich alſo 4 Abgott meines Herzens finden. Das iſt