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Das Lob weckt immer den Neid, der nur mit einem einzigen Auge ſchlummert und gierig nach einem Sandkorn greift, um es in einen Berg von Scan⸗ dal zu verwandeln. So verhält es ſich nicht bloß im Theater, ſondern überall in der Welt. Die menſchliche Eitelkeit und Eigenliebe kann es nicht anhören, wenn ein Anderer gelobt wird. Daher entſtehen alle dieſe ehrenkränkenden Gerüchte.— Aber kehren wir zu den Sprechenden zurück. Frau* er⸗ griff das Wort:
„Sie ſoll mit einem Muſiker, Namens Dorbino, verheirathet geweſen ſein.“
„Einem Italiener?“
„Nein, einem Franzoſen. Er hörte ſie vor acht oder zehn Jahren auf den Straßen von Paris ſin⸗ gen und wurde von ihrer Stimme ſo eingenommen daß er ſie ſpäter heirathete.“
„Schon vor zehn Jahren? Demnach wäre ſie nicht mehr ſo jung.“
„Sie muß bedeutend älter ſein als ich.“
„Wirklich?“
„Einige Monate nach der Hochzeit trat ſie in der Oper auf wo ſie eine kleinere Parthie hatte. Ein engliſcher Lord ſah ſie und wußte ſie zu bere⸗ den daß ſie ihrem Manne dnvon lief, der ſich im Aerger eine Kugel durch den Kopf jagte. Mit dem Lord begab ſie ſich nach Italien. Nachdem ſie den Engländer möglichſt ausgebeutet hatte, opferte ſie ihn einem Italiener. Vor drei Jahren trat ſie wie⸗ der in Paris auf, machte Glück, wurde als etwas Entzückendes auspoſaunt, reiste nach London und brachte es ſo weit daß John Bull um ihretwillen


