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nerte.„Scherz und Freude gebühren Ihrem Alter, Ihrem Stande und Ihrem Ausſehen. Ich kann ernſte und feierliche Mienen nicht ertragen.“
„Und dennoch intereſſiren Sie ſich ſo ſehr für Canitz. Er ſcherzt ſelten und lächelt beinahe nie.“
„Wer hat Ihnen geſagt daß ich mich für ihn intereſſire?“ Natalie hielt ihren Kopf ſchief und darein wie ein fünfzehnjähriges Mädchen.
Tage wurde ganz warm ums Herz. Er vergaß ſogar in dieſer Bewegung eine Aehnlichkeit mit Schuldfried zu finden, ſo bezaubernd fand er die Gräfin.
„Meine Augen haben mirs geſagt,“ antwortete Tage mit einem feſten Blick auf die gefährliche Sirene.
„Dann haben Sie ſchlechte Augen, Herr Lieute⸗ nant.“ Natalie wandte ſich von ihm ab und blieb lange ſtill ſtehen, in einer Haltung welche Tage ſagte daß ſie mißvergnügt ſei.
„Sie ſind böſe?“ fragte er endlich.
Ja.“
„Aber, mein Gott, über was? Wenn meine Augen mich täuſchen, ſo...“
„So müſſen Sie übet ſich ſelbſt gebieten; ich 8
will nicht die Vertraute derſelben werden.“ „Hören Sie mich gütigſt an. Wenn man ſich
in der Gegenwart einer Perſon ſehr glücklich fühlt, 3 ſo beneidet man Alle welche das Glück genießen das
an ſelbſt ſo hoch ſtellt. Sehen Sie, das iſt mein
. ganzer Fehler. Ich beneidete Canitz um die lichkeit die Se ihm ſchenkten.“


