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werde ich Sie mit meinen Fragen verfolgen und ſo beſpähen, daß es mir entweder durch Liſt, Ueber⸗ redung oder andere Mittel endlich gelingen muß auszumitteln was Sie verſchweigen wollen; wenn Ihnen dann meine Zudringlichkeit Widerwärtigkeiten
.
bereitet, haben Sie es lediglich ſich ſelbſt zuzuſchrei⸗ ben. Ich muß um jeden Preis von Ihnen erfah⸗
ren wo ſie ſich befindet.“
„Leere Worte, Herr Lieutenant: in Alexandrien trennen wir uns.“
„Aber ich werde Sie wieder finden und dann
Sie meinen Wunſch erfüllen.“
„Nie!“
Die Gräfin verließ das Verdeck. Tage war wüthend über das lange Geſpräch zwiſchen ihr und Lothar. Sie hatte ihn alſo gänzlich vergeſſen und ſich nur mit Lothar beſchäftigt, der ſich ihm immer und überall in den Weg ſteltte.
Tags darauf finden wir Natalie und Tage auf der Batterie ſtehend und durch eine der Kanonen⸗ lucken ſehend. ⸗
„Was fehlt Ihnen, Herr Lieutenant, Sie ſehen
ſo verdrießlich aus,“ ſagte Natalie ſcherzend.
„Mir fehlt Nichts und doch Alles,“ antwortete Tage und ſchaute der jungen Dame dreiſt in die Augen..
„Das iſt ſehr viel und ſehr wenig auf einmal.“
Ganz richtig, und doch beſteht unſer Glück ſehr häufig aus Wenig oder vielmehr aus Nichts.“ m Gotteswillen, ſprechen Sie nicht ſo ernſt⸗ haft, das läßt Ihnen ſchlecht.“ Ratalie lächelte mit
einem kindlichen Ausdruck der an Schuldfried erin⸗


