Teil eines Werkes 
Schuld und Unschuld : Roman : 2. Band (1862)
Entstehung
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greifen wollte daß von ſeinem Feind etwas Großes oder Edles ausgehen könne.

Glauben Sie das wenn Sie wollen, ſo ſtehen Sie in keiner Verpflichtung gegen mich, antwortete Lothar ſtolz und ging von ihm weg.

Zwei Tage nachher hatten Lothar und Tage wieder die Wache zuſammen. Tage, der ſeit ſeiner Geneſung mit Widerwillen an die Wiederaufnahme ſeines Dienſtes und die Zeit die er noch auf der Fregatte zubringen mußte ge⸗ dacht hatte, war gleichwohl nach Verlauf einiger Tage zu einer etwas beſſern Laune gekommen. Er ſchenkte ſeinem äußern Menſchen mehr Sorgfalt und auf ſeinem Geſicht zeigte ſich zuweilen der Refler eines heitern Lächelns. Um es kurz zu ſagen, er hatte dasſelbe Intereſſe für die ſchöne Gräfin ge⸗ wonnen wie ſeine Cameraden.

Was an ihr war es was ihn beim erſten An⸗ blick überraſchte? Ein Etwas das an Schuldfried erinnerte. Es beſtand eine erſtaunliche Aehnlichkeit zwiſchen ihnen in Bezug auf Wuchs, Bewegungen, die Art den Körper zu tragen, den Kopf zu halten, ja ſogar ihr Lachen war das gleiche. Wenn man die Gräfin Natalie im Rücken ſah und ſie ſcherzen oder lachen hörte, ſo gerieth man in die größte Ver⸗ ſuchung ſie für Schuldfried zu halten; aber wenn ſie ſich umwandte, lag in dieſem Geſicht nicht der mindeſte Zug der an die regelmäßige Phyſionomie des finniſchen Mädchens erinnerte. Tage war von der Aehnlichkeit entzückt, und die Gräfin erweckte ſein