Teil eines Werkes 
Schuld und Unschuld : Roman : 2. Band (1862)
Entstehung
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238 mit kaltem Lächeln:Ich liebe die Meerfrau zu

ſehr, als daß ich auch nur einen Verſuch machen

ſollte irgend einer undern Frau angenehm zu ſein.

Sie ſind nicht beſonders artig, Baron Canitzn.

Bitte um Verzeihung; ich bin ja Seemann. Lothar verließ die Gräfin, denn jezt wurde zu den Abtheilungen geblaſen. Sauber, zwar in den Ar⸗ beitskleidern, aber doch vollkommen ſeemannsmäßig, kam jezt die Mannſchaft auf das Verdeck, ſtellte ſich mit der Schnelligkeit und Schweigſamkeit die alle Handlungen auf einem Kriegsſchiff auszeich⸗

net, und erwartete die Ankunft der Offiziere. Der

Dienſt rief Lothar weg von der liebenswürdigen Gräfin, die, als die einzige Dame unter dieſen rau⸗ hen bärtigen Männern, in Wahrheit nur allzu gut mit ſeiner geliebten Meerfrau verglichen werden konnte, welche aus ihren Perlenſälen emporſtieg um ihre Söhne ein einziges Mal lebendig zu ſchauen, be⸗ vor ſie dieſelben in die Arme des Todes ſchloß. Lothar muſterte ſeine Abtheilung, vernahm den Rapport, wies einige Leute wegen Sauniſeligkeit zu⸗ recht und ſprach ein Paar freundliche Worte zu einem alten Matroſen der lächelnd ſein Priemchen drehte und auf die übliche Weiſe meldete daß es nichts Neues gebe. Jezt trat der Secondlieutenant zu der Gräfin, und unter lebhaften Geſprächen ſpazierten ſie auf dem Verdeck hin und her, bis es zehn Uhr wurde. Um eilf, als das Exercitium vorüber war und

Lothar in den Salon trat, fand er Tage dort ganz

allein Es war das erſte Mal ſeit ſeiner Genefung

e einander wieder ſahen. Bei Tages Anblic