Teil eines Werkes 
Schuld und Unschuld : Roman : 2. Band (1862)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

237

vor, und man muß entweder Miſanthrop oder ein höchſt beſchränkter Geiſt ſein um dieſes Herumſtreichen auf dem Ocean angenehm zu finden. Nennen Sie mir einen einzigen von den Genüſſen welche der Aufenthalt auf dem Meere bietet!

Wenn ich ſie auch alle außzählte, ſo würden

Sie, Frau Gräfin, ſie doch nicht verſtehen, und deß⸗ halb überlaſſe ich Ihnen ſelbſt zu entſcheiden ob ich und meine Cameraden Miſanthropen oder Dumm⸗ köpfe ſind. Lothar fagte dieß mit einer gewiſſen ironiſchen Artigkeit.

Meine Bemerkung war vielleicht etwas zu ſcharf, verſezte die Gräfin lachend;aber dieß kommt da⸗ her daß ich ſchon zum Voraus einſehe wie unendlich langweilig ich es bekommen werde. Gewiß ſterbe ich vor Langeweile ehe ich Alexandrien erreiche.

Unmöglich, Frau Gräfin, Sie ſind ja ſchon an

dieſem erſten Tag Gegenſtand der allgemeinen Be⸗ wunderung geworden.

Wirklich? Darauf habe ich nicht Acht gegeben.

Welches Unglück für den Chef, den Second⸗ lieutenant und alle meine Cameraden daß ihre Be⸗ mühungen ihnen nicht beſſer gelungen ſind! Seien Sie überzeugt, dieſe Herren werden alle ihre Kräfte aufbieten um Ihnen die Zeit möglichſt zu verkürzen.

Der Chef, der Secondlieutenant und alle Ihre Cameraden haben alſo die ſchöne Abſicht mich zu zerſtreuen?

Ich bin es vollkommen überzeugt, und Sie

ſelbſt, Frau Gräfin, haben es gewiß ſchon bemerkt.

Nun denn, und Sie?

Ich? Lothar verbeugte ſich und antwortete

3