Teil eines Werkes 
Schuld und Unschuld : Roman : 2. Band (1862)
Entstehung
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236 an.Der Tag bricht nicht an wo ich mich von einem Weibe bethören laſſe.

Dieſe Aeußerung Tages wurde von ſeinen Ca⸗ meraden mit ſchallendem Gelächter aufgenommen, und zehn Minuten lang blieb er die Zielſcheibe ihrer ſchärſſten Wize. Dann kam das Geſpräch wieder auf die Gräfin.

Ich ſah und ſprach ſie in Neapel auf dem San⸗ Carlo⸗Theater, ſagte einer der Offiziere.Erinnerſt Du Dich der Dame die Madame Dorbino begleitete? Sie war keine andere als unſere liebenswürdige Gräfin.

Sie ſoll mit der berühmten Sängerin verwandt ſein, bemerkte ein anderer Offizier;wenigſtens ſagte ſie es ſelbſt.

Aber die Gräfin iſt ja eine Schwedin, meinte ein Dritter,und Madame Dorbinö eine Franzöſin?

Ganz richtig; aber das hindert nicht daß die Gräfin doch mit ihr verwandt ſein kann. Seit Dampf⸗ boote und Dampfwagen im Brauche ſind, hat man in allen Welttheilen Brüder und Schweſtern. Man iſt nie ſicher ob man nicht bei einer Reiſe auf einen nahen Verwandten ſtößt. 3 Während man im Solon ſchwazte und plauderte, bis es zehn Uhr ſchlug und das Exercitium begann,

ſtand Lothar auf dem Verdeck und unterhielt ſich mit einer jungen Dame welche die leicht gekräuſelte Waſſerfläche betrachtete, während ſie mit ihren Qua⸗ ſten und ihrer Mantille ſpielte.

Aber mein Gott, ſagte die Gräfin Reinſtein, wie können Sie behaupten daß das Leben am Bord angenehm ſei? Mir kommt es mörderiſch langweilig