Teil eines Werkes 
Schuld und Unschuld : Roman : 2. Band (1862)
Entstehung
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wieder das ungekünſtelte Kind das mit der unbe⸗ fangenſten Aufrichtigkeit von ſich ſelbſt ſprach. Lothar betrachtete ſie mit verwundertem Blick, während ſie den Abhang hinabgingen, und Schuldfried ſtüzte ſich auf ſeine Hand.

SSie bereuten es alſo daß Sie mich ſo plözlich erlaſſen wollten? ſagte er.

Ja, und darum blieb ich ſtehen. Sie lachte: Ich war gezwungen ſo zu handeln, ſonſt hätte ich keine Ruhe bekommen, ſondern den ganzen Tag Ihr trauriges Geſicht vor mir gehabt. Sie haben mir wirklich viele unruhige Augenblicke bereitet. Schuld⸗ fried hielt den Kopf ſchief und warf ihm einen zärt⸗ lichen und dennoch ſchalkhaften Blick zu.

Lothar blieb ſtehen und betrachtete ſie mit einem Ausdruck von Zufriedenheit und Glück wie Schuld⸗ fried noch nie geſehen hatte.

Habe ich Ihnen unruhige Stunden bereitet? fragte er und lächelte.

Haben Sie die Güte weiter zu gehen, ſagte Schuldfried, die ebenfalls hatte ſtehen bleiben müſſen.

O nein, ich habe keine Luſt zu gehorchen, be⸗ vor Sie mir geantwortet haben. Ueberdieß will ich Sie recht betrachten, um den Ausdruck den Ihr Ge⸗ ſicht jezt trägt meinem Gedächtniß einzuprägen. Wann ſoll ich reiſen? fügte er mit einer Stimme hinzu, welche die kleine Hand die in der ſeinigen ruhte zum Zittern brachte..

Das werde ich Ihnen ein andermal ſagen, aber jezt will ich nicht länger hier ſtehen.

wortet.

Sie haben meine erſte Frage noch nicht beant⸗

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