Teil eines Werkes 
Schuld und Unschuld : Roman : 2. Band (1862)
Entstehung
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ing an ihrer Seite. So verfloß eine gute Weile. Pzuch ſagte ſie mit einem halben Lächeln:

Ich glaube, wir vergeſſen ganz was wir ſo eben ſagten.

Vergeſſen?

Ja, wenigſtens jezt. Eigentlich weiß ich nicht warum ich ſo ſehr erſchrack. Sie ſind ja ganz ſich ſelbſt gleich, ganz ſo wie ich Sie mir gerne dachte. Sie ſehen gar nicht ſo düſter aus wie dort. Sie nickte mit dem Kopfe nach dem Plaz wo ſie früher geſprochen hatten.

Der Weg war hier ſehr ſteinig und abſchüſſig. Lothar reichte Schuldfried die Hand um ihr zu helfen und Schuldfried nahm dieſelbe, während ſie fortfuhr: Sie kommen mir manchmal vor wie zwei Men⸗ ſchen. So eben noch erſchrack ich beinahe vor Ihnen und mir ſelbſt, und ich hatte große Luſt uns beiden zu entlaufen. Jezt iſt es mir wieder als ob wir alte gute Freunde wären.

Freunde, wiederholte Lothar mit einem beinahe traurigen Blick.

NRicht dieſe Miene; ſonſt könnte ich wieder ent⸗ ſpringen wollen, um mich hernach darüber zu be⸗ unruhigen daß ich Sie betrübt habe. Schuldfried ſah Lothar mit einem ſo freundlichen und herzlichen Ausdruck an, daß man keines Zauberglaſes bedurfte um eine reine und wahre Ergebenheit darin zu leſen. Gleichwohl hatte dieſer plözliche Wechſel in Schuld⸗ frieds Benehmen etwas ſo Eigenthümliches und Un⸗ gewöhnliches, daß Lothar ſich dadurch einige Augen⸗ blicke verblüfft fühlte. Erſt war ſie traur weſen und hatte geweint, hernach ſcheu, und j