Teil eines Werkes 
Schuld und Unschuld : Roman : 2. Band (1862)
Entstehung
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Hier iſt meine Hand. Ich bin nicht böſe, abe ich bin betrübt. Ich fühle mich mir ſelbſt fremd un gleichſam geſchieden von denjenigen die ich früher am innigſten liebte.

Lothar führte ihre Hand an ſeine Lippen und ſtammelte: 4

Warum mir auf einmal ſo viel und ſo wenig Hoffnung geben? Morgen, vielleicht ſchon heute wird Tage Ihre Hand begehren. Sie werden dann.

Seine Schweſter bleiben. Tage wird mir nie ein ſolches Leid anthun wie dasjenige iſt das Sie jezt andeuten. Zwiſchen ihm und mir ſtehen Sie.

Schuldfried that einige Schritte um ſich zu ent⸗ fernen. Lothar folgte ihr. Sie wandte ſich um mit den Worten:

Wenn Schuldfried Ihnen lieb iſt, ſo verlaſſen Sie ſie jezt. Sie bedarf der Einſamkeit.

Und wann, wann ſehe ich Sie wieder?

Ich weiß nicht. Machen Sie jezt keine Fragen.

Sie ſ ſah ihn mit ſo bittendem Blicke an, daß Lothar

mit einer ſtummen Verbeugung auf die Seite trat und ſie vorbei ließ. Er blieb unbeweglich auf dem Plaze. Als ſie ein Stück weit gegangen war, wandte ſie ſich um und blieb ſtehen. Im Augenblick war Lothar an ihrer Seite.

Wünſchen Sie Etwas?

War es Ihre Abſicht mir heute Lebewohl 6 ſagen? fragte ſie mit zitternder Stimme.

Ja.

Wann werden Sie reiſen?

Das hängt von Ihnen ab. ſezte ihren 2 fort und Lothar