Teil eines Werkes 
Schuld und Unschuld : Roman : 2. Band (1862)
Entstehung
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ſelbe Art lieben wie Tage, fiel Schuldfried lächelnd ein.Er und ich waren ja als Kinder die einzigen Freunde für einander. Er iſt mein Bruder und ich bleibe immer ſeine Schweſter.

Wenn er Ihr Bruder iſt, was bin dann ich?

Das weiß ich nicht; ich weiß bloß daß es mir Freude macht Sie zu ſehen, daß ich gerne Ihre Freundin ſein möchte. Aber wenn man ſagte, ich müſſe auf Ihre oder Tages Freundſ ſt verzichten, ſo wäre es die Ihrige, weil

Weil ſie Ihnen gleichgiltig* fiel Lothar heftig ein.H ich weiß ja daß ich Nichts für Sie bin.

Sie wiſſen das Gegentheil, ſagte Schuldfried, dießmal beinahe verdrießlich;aber es iſt recht böſe von Ihnen immer zu glauben daß ich etwas Ande⸗ res ſage als was ich denke. Jezt erhob ſie ſich um zu gehen, aber Lothar hielt ſie auf mit den Worten:

Bleiben Sie, ich bitte, und verzeihen Sie mir meine Ausbrüche von Heftigkeit. Ich will ruhig ſein, ich gebe Ihnen mein Wort darauf, was Sie auch ſagen mögen; nur hören Sie mich geduldig an und antworten Sie mir aufrichtig.

Das verſpreche ich. Schuldfried ſezte ſich wieder. Iſt es Ihnen nie eingefallen, begann Löthar, darüber nachzudenken was mich unaufhörlich in Ihren Weg zurückführte?

Sie haben mir ja geſagt daß meine Geſellſchuft Ihnen Vergnügen mache, und da es mir eben ſo geht, ſo habe ich mich in keine Grübeleien über eine ſo einfache Sache eingelaſſen.