Teil eines Werkes 
Schuld und Unschuld : Roman : 2. Band (1862)
Entstehung
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im Gebüſche verſchwunden; aber troz ihrer vorüber⸗ gehenden Natur war Lothar gleichwohl auf einmal in den wilden Wirbel ſeiner Leidenſchaften zurückge⸗ ſchleudert worden. Er ſprang auf als wollte er dem Entſchwundenen nachſezen, aber in dieſem Augenblick ſtand Schuldfried vor ihm. Auch ihre Züge trugen nicht mehr den ſtrahlenden lächelnden Ausdruck wie beim Eintritt in die arme Hütte. Das Elend das ſie da geſehen, hatte die Freude weggeblaſen. Ihre Gedanken waren ſo feſt darauf gerichtet daß ſie den düſtern Ausdruck in Lothars Geſicht nicht beachtete. Sie ſagte bloß:

Laſſen Sie uns gehen.

Lothar gehorchte und nun gingen ſie lange ſchwei⸗ gend neben einandek⸗

Endlich wandte ſich Schuldfried gegen ihn und ſagte mit bittender Stimme: 6

Sie ſind ein Freund des Eigenthümers von Kronbrück; ſagen Sie ihm doch daß ein kleines Scherflein von ſeinem Ueberfluſſe ihm den Segert

einer Familie verſchaffen könnte. Bitten Sie ihn

der bedürftigen Waldſchüzenfamilie zu helfen. Ein ſo reicher Herr ſollte auf ſeinen Gütern keine ſo armen Geſchöpfe haben wie dieſe ſind.

Noch heute ſoll ihrer Armuth abgeholfen wer⸗

den, antwortete Lothar.

Dank für das Verſprechen.

So bedürftig dieſe Leute ſein mögen, fuhr Lothar fort,ſo bezweifle ich doch ob ſie ſo arm

ſind wie derjenige deſſen Unterſtüzung Sie für die⸗

ſelben in Anſpruch nehmen.