Teil eines Werkes 
Schuld und Unschuld : Roman : 2. Band (1862)
Entstehung
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die Hütte des Waldſchüzen zurückgelegt. Schulbfried ſchwazte wie ein verwöhntes Kind voll Lebensluſt. Sie vergaß alles Andere und gab ſich dem reinen

angenehmen Eindruck hin der ihre Bruſt erfüllte.

Lothar fühlte ſich von ihrem unſchuldsvollen Weſen ſo beherrſcht, daß ſie gleichſam einen Theil ihrer eigenen ſorgloſen Stimmung auf ihn übertrug. Un⸗ gewiß iſt ob, troz allem was Lothar zu ſagen be⸗ ſchloſſen hatte, ein Wort von tieferer und ernſterer Art zwiſchen ihnen gewechſelt worden wäre, wenn nicht ein kleines an ſich unbedeutendes Ereigniß die für den Augenblick eingeſungenen Leidenſchaften in der Bruſt des jungen Mannes geweckt hätte.

Als ſie vor dem Häuschen des Waldſchüzen ſtan⸗ den, ſagte Lothar:

Ich gebe Ihnen den Korb jezt zurück und hoffe daß Sie mich nicht gar zu lange warten laſſen.

Er trat auf die Seite und Schuldfried verſchwand. Etwas mehr als eine halbe Stunde verfloß bis ſie

wieder ſichtbar wurde.

Während Lothar wartete, überließ er ſich Be⸗ trachtungen höchſt wechſelnder Art. Einige Augen⸗ blicke ehe Schuldfried heraustrat, kam ein großer ſchöner Jagdhund an ihm vorbeigeſtürzt, wie er aus⸗ geſtreckt im Graſe lag. Bald darauf ließ ſich ein ſcharfer Pfiff vernehmen. Lothar drehte ſich um und ſah nach der Richtung woher das Getöne kam. In einiger Entfernung im Walde zeigte ſich ein junger Mann in jägermäßiger Ausrüſtung, der ſchnellen Schrittes denſelben Weg einſchlug wie der Hund⸗ Die ganze Erſcheinung war augenblicklich geweſen denn im nächſten Moment waren Hund und