ſterer Art daß ſelbſt das Tageslicht vor den Erin⸗ nerungen daran zurückbebte.
Als Schuldfried die Thüre öffnete und zur Mut⸗ ter hineintrat, war es ihr gerade als ob ſie in ein Grab ſtiege.
Frau Smith ſaß vor der herausgezogenen Schub⸗ lade des Arbeitstiſchchens. Sie ſtüzte ihren Arm auf dieſelbe und den Kopf in die Hand. Sie glich,
während ſie ſo dqſaß, der Reue, welche verzweif⸗
lungsvoll Gegenſtände anſtarrt die Zeugen von Bö⸗
ſem geweſen, worüber das Gewiſſen ohne Hoffnung auf Verſöhnung weint. Vor ihr lag ein fertiger Brief den ſie zuſammengelegt und verſiegelt, aber noch nicht überſchrieben hatte. Frau Smith hatte ihren Rücken der Thüre zugekehrt, und da dieſe leiſe aufging, bemerkte ſie den Eintritt der Tochter erſt als ſie an ihrer Seite ſtand und mit einer gelinde 1 zitternden Stimme ſagte:
„Guten Morgen, Mama, Du haſt mich rufen 3 äſſen
„Ah, biſt Dus, mein Kind?“ Frau Smith er⸗ hob ſich und ließ ihre Lippen ganz leicht die Stirne der Tochter berühren.
„Ich wollte Dir ſagen, meine geliebte Schuld⸗ fried, daß ich heute früh nicht mit Dir arbeiten kann, ſondern wünſche daß Du die arme Frau des Wald⸗ ſchüzen beſucheſt, die da drüben in ihrer Hütte krank und allein liegt. Erkundige Dich was ſie für ſich und die Kinder bedarf und nimm einen Korb voll Speiſen mit. Annika wollte hingehen; aber ich weiß, Du nimmſt Dich ſo gerne der Armen an, doß ich
ich dieſer Freude nicht berauben wollte.“
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