treuen Blick hatte ſie ihm nicht zugeworfen als ſie die Worte ſprach: Von einer Wahl könnte gar nicht die Rede ſein, und endlich wie gering mußte nicht ihr Intereſſe an dem Fremden ſein, da ſie nicht einmal ſeinen Namen zu erfahren geſucht hatte? Warum hatte ſie die ganze Bekanntſchaft mit ihm verſchwiegen? Das war eine Frage welche die Ver⸗ nunft in den Weg warf, aber das Herz war ſogleich fertig mit der Erklärung daß es in Folge einer gewöhn⸗ lichen Mädchenlaune geſchehen ſei. Daß ſie mit dem Fremden geſprochen hatte und auch mit ihm zuſam⸗ mengetroffen war, bewies ganz und gar keine Vor⸗ liebe für ihn, ſondern nur daß dieß eine Zerſtreuung⸗ in ihrem einförmigen Leben war, Etwas das von der gewöhnlichen Ordnung abwich. Von dieſer nach ſeinem Dafürhalten genauen Prüfung ſeiner eigenen Hefühle und des Benehmens Schuldfrieds ging er zu jenen bezaubernd ſchönen Jugendträumen über, worin man ſich die Zukunft ſo freundlich malt. Er dachte ſich Schuldfried als ſeine Gattin, und ſein Herz ſchlug beim Gedanken an das Glück das ihm dann blühen würde. Eben war er in ſeiner Ein⸗ bildung an dieſes Eden gekommen als Hufſchläge ſich vernehmen ließen. Er fuhr zuſammen und lauſchte. Es war leicht herauszuhören daß ein Rei⸗ ter herannahte; bein der Biegung des Weges zeigte ſich ein weißes Roß. Hatte Tage ſchon vorher das ſeinige nach eigenem Belieben gehen laſſen, ſo griff er jezt haſtig in die Zügel und zwang es zu einem noch langſameren Schritte. Der herannahende Rei⸗ ter ſchien derſelben Eingebung zu folgen und hielt ſein Pferd ein ſobald er Tage erblickte; auch dieſes
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