Teil eines Werkes 
Schuld und Unschuld : Roman : 1. Band (1862)
Entstehung
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Tage ſprach von allem Möglichen womit er Schuld⸗ fried intereſſiren oder unterhalten zu können glaubte, und zum Lohne für ſeine ſchönen Bemühungen er⸗ hielt er ein freundliches Lächeln. Beim kleinen Weg nach Ektorp hinab hielt Tage an, und als Schuld⸗ fried herausſprang, ſagte er: Gib mir Deine Hand und habe Dank für heute. Verzeih wenn meine Worte Dich betrübten, aber ich liebe Dich ſo herzinnig. Schuldfried reichte ihre Hand und nickte; dann eilte ſie weg. In der Hausflur ſaß Annika. Was macht Mamas fragte Schuldfried;iſt ſie drunten im Luſthaus? Nein, mein Kind, ſie iſt auf ihr Zimmer ge⸗ gangen und hat geſagt daß ſie allein ſein wolle. Aber warum kommſt Du ſo bald nach Hauſe? Ich war unruhig um Mama. Schuldfried be⸗

gab ſich auf ihr Stübchen.

Izwiſchen fuhr Tage nach Junta zurück. Er ließ die Zügel ſchlaff hängen, und die Hand welche ſie hielt ruhte fahrläſſig auf dem Sprizleder. Er ſelbſt ſaß in tiefe Gedanken verſunken da. Er durch⸗ ging die Jahre die er und Schuldfried zuſammen als Kinder verbracht hatten. Er gedachte all der Beweiſe von Freundſchaft und Anhänglichkeit die ſie ihm als kleines Mädchen gegeben. Dann muſterte

er dieſe Wochen die er zu Hauſe geweſen, ihr alzeit

gleich herzliches Weſen, und kam auf den Schluß