Teil eines Werkes 
Schuld und Unschuld : Roman : 1. Band (1862)
Entstehung
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zerſtreuen; ich habe etliche Notizen zu machen. Da⸗ mit ging er in ſein Zimmer.

Tante Sara glättete mit einigen haſtigen Stri⸗ chen die Falten an ihrem Rock, nahm den Schlüſſel⸗ bund und trippelte in die Küche hinaus, um mit

einer kurzen paſſenden Rede der Köchin verſtehen zu

geben, welche tadelnswerthe Handlung ſie begangen habe indem ſie die Gottesgabe zerſtört. Dann be⸗

gab ſich Sara auf ihr Zimmer um ein wenig in

einem religiöſen Buche zu leſen, bis ſie einnickte und die Cafeſtunde herankam.. Schuldfried ſaß im Erker und warf einem Hau⸗

ſfen ſchöner Tauben die im Hofe herum ſpazierten

Erbſen zu. Tage ſtand am Thürpfoſten und betrach⸗ tete ſie mit einem traurigen Blick.- Schuldfrieds

Züge hatten ſich, während ſie die Tauben fütterte, aufgeheitert, und ſie ſprach jezt zu ihnen mit einer

Stimme welche anzeigte daß der Anblick ihrer Lieb⸗

linge ihrer übeln Laune bedeutend Abbruch gethan hatte. Die lezten Erbſen warf ſie ihnen mit den

Worten hin:

Seht meine lieben Thierchen, jezt iſt es aus,

ganz aus mit dieſer Freude hier. Flieget jezt frei und frohlich! O wer Flügel beſäße wie ihr! Sie

wandte ſich zu Tage, reichte ihm die Hand und fragte

nitt einem freundlichen Lächeln:

Was fehlt Dir, Freund? Biſt Du noch immer

böſe auf mich?

Tage ergriff die dargebotene Hand mit den Worten: Alle Trübſeligkeit und Düſterkeit ehtweicht wenn

Du lächelſt; und gleichwohl würde