Teil eines Werkes 
Schuld und Unschuld : Roman : 1. Band (1862)
Entstehung
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wahren die unſer leztes Geſpräch hinterließ? Jezt

iſt es als ob dieſer einzige verfloſſene Tag genügt

hätte um meine Ruhe zu zerſtören und eitel Stürme

in meiner Seele zu wecken. Sprechen Sie daher

einige freundliche Worte zu mir. Der Klang Ihrer

Stimme wird gewiß mein aufgeregtes Gemüth be⸗ ruhigen.

Sie dürfen nicht ſo betrübt avsſehen, ſagte Schuldfried und ſpendete ihm einen freundlichen ſon⸗ nenwarmen Blick.Wenn Sie mich zu treffen wünſchten, ſo müſſen Sie wie ich jezt vergnügt und heiter ſein. Auch mir war es Bedürfniß Sie wie⸗ der zu ſehen, und jezt da Gott dieſen meinen Wunſch

erfüllt hat, bin ich vergnügt und glücklich. Sagen Sie noch einmal daß es Ihnen Freude mache! O ich bitte, ſagen Sie es noch einmal. Das iſt ja überflüſſig: Sie müſſen es ſelbſt ſehen können. Schuldfried lächelte, wie ein Kind gegen ſeinen Spielcameraden lächelt. Aber Sie waren doch noch vergnügter als Sie Ihren Jugendfreund wieder ſahen? das war etwas Anderes; ach ich habe mir den ganzen Tag vorgeworfen daß ich an Sie denken konnte als ich bei meinen alten Freunden war.

Lothar ließ Schuldfrieds Hand los und erhob

ſich von der Bank, indem er voll Aufregung ſtam⸗

melte:

WVelche Schmerzen Sie mir auch bereiten mögen, ſo werde ich nie vergeſſen wie glucklich Sie mich heute Abend machten. Jezt will ich Ihnen voll Dantbarkeit für Ihre Worte Lebewohl ſagen. Einſt

werden Sie begreifen wie koſtbar Sie meinem Her⸗