Teil eines Werkes 
Schuld und Unschuld : Roman : 1. Band (1862)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

247

Stirne und deutete auf eine breite Narbe.Erin⸗ nerſt Du Dich Deines damaligen Verſprechens daß Du für das ganze Leben die Dame meines Herzens bleiben wollen?

Schuldfried fühlte bei dieſer Erinnerung eine ge⸗ wiſſe Unruhe. Sie wurde indeß bald von Aberney befreit, der zu den jungen Leutchen heraustrat, be⸗ gleitet von Tante Sara, die ihm bei ihrem Anblick zuflüſterte:

Mein Gott, was ſie mit der Zeit für ein ſch nes Paar geworden ſind!

Der Profeſſor wandte ſich gegen ſie und be⸗ merkte ſcharf:

Was iſt das für ein dummes Geſchwaze, Tante? Haſt Du nicht Unglück genug von vorzeitig beſchloſ⸗

ſenen Parthien geſehen?

Am Abend als Schuldfried ſich nach Haus be⸗ geben wollte, erhielt Tage den Auftrag die Chaiſe anſpannen zu laſſen und ſie nach Ektorp zu führen.

Auf dem Heimweg ſprach er von den merkwürdigſten Ereigniſſen der verfloſſenen Jahre. Schuldfried er⸗

zäblte ihm von Allem, nur nicht von ihrer Bekannt⸗

ſchaft mit dem Fremden.. Miitten in der Freude des Wiederſehens ihrer eben Freunde wurde ſie gleichwohl von einem Ge⸗ ihl der Sehnſucht überſchlichen, und ſie wünſchte othar treffen zu können. Die Erinnerung an ihre lezte Beſprechung kehrte beſtändig wieder. Sie hielt s ſelbſt für Unrecht daß ſie ſich nicht vollkommen zufrieden fühlte.. Beim Anfang der Allee ſprang Tage aus der