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„Wie ſchön Du geworden biſt, liebe Schuld⸗ ried!“
Die innige Ergebenheit die er ihr ſchon als Jüng⸗ ling ſeit ihrer erſten Bekanntſchaft gewidmet, ſchien beim Wiederſehen noch zuzunehmen und mit jeder Stunde wärmer zu werden. Nachmittags ging Aber⸗ ney auf ſein Zimmer um ſeine Pfeife zu rauchen und ein Schläfchen zu machen. Inzwiſchen ſaßen Schuldfried und Tage allein im Erker.
„Haſt Du Dich in dieſen Jahren wo wir einan⸗ der nicht ſahen auch manchmal nach mir geſehnt?“ fragte Tage und ergriff Schuldfrieds Hand.
„Wie kannſt Du ſo fragen? Mit jedem Früh⸗ jahr hoffte ich auf meinen Ritter. Aber vergebens; er hatte mich verlaſſen,“ antwortete Schuldfried lächelnd.
„Dein Ritter bin und bleibe ich immer; aber wie ſteht es mit Dir? Biſt Du noch immer meines Herzens Dame?“
Vor Schuldfrieds Seele ſtand in dieſem Augen⸗ blick das Bild des Fremdlings. Sie wußte nicht recht warum, aber ſie meinte, ſein Blick ſei voll Traurigkeit auf ſie geheftet.
„Nun Schuldfried, Du ſchweigſt?“ ₰
„Ach liebſter Tage, gewiß bin ich noch dieſelbe; Jugendfreundin; aber Alles genau betrachtet, bin ich wohl zu alt um eine mittelalterliche Jungfrau z ſpielen, wie zur Zeit als ich die Dame Deines Her zens genännt wurde.“ 2
„Du gabſt Dir dieſen Namen nicht im Spiel ſondern nach der Fehde mit Canitz wo ich das da erhielt.“ Tage ſchob die blonden Locken aus der
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