245
Lippen berührten die Stirne des jungen Mädchens und er fügte hinzu:„Gott ſegne Dich, meine Tochter!“
Aberney und Schuldfried traten in die Hausflur hinaus. Da ſtand jezt ein junger Mann von ein⸗ undzwanzig Jahren, mit einem ſo grundehrlichen und ſo rein nordiſchen Geſichte, daß er für einen Typus des ſcandinaviſchen Volksſtamms gelten konnte. Bei ſeinem Anblick trat Schuldfried einen Schritt zurück. Als ſie Tage zum lezten Mal geſehen, war er ein achtzehnjähriger Junge, recht bengelhaft, aus Rock und Hoſen hinausgewachſen und ungekämmt. Jezt dagegen war er ein zierlicher Herr in der Uniform 3 ſchwediſchen Flotte. Schuldfried war ganz ver⸗ egen. 3 4 Tage ging ihr entgegen und ſagte mit einem Lächeln das an die Kinderjahre erinnerte:
„Ei wie, Schuldfried, es ſieht aus als ob mein Anblick Dich erſchreckte? Sollteſt Du nicht, gleich mir, Dich freuen Deinen Jugendfreund wieder zu ſehen?“ Er reichte ihr die Hand.
„Das thue ich allerdings, mein lieber Tage. Willkommen wieder hier,“ nickte ſie ihm zu und legte ihre Hand in die ſeinige.
Dieſer Tag war ein Freudenfeſt für Junta. Aberney ließ ſeine lieben Bücher und ſeine Studien liegen um die Zeit mit den Kindern zu verplaudern. Auf ſeiner hohen und klaren Stirne fand ſich kein Woölkchen das ongedeutet hätte daß er die Hälfte ſeines Vermögens verloren. Tage ſeinerſeits konnte ch an Schulofried nicht ſatt ſehen und rief einmal ums andere: 8


