Teil eines Werkes 
Schuld und Unschuld : Roman : 1. Band (1862)
Entstehung
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Rache an dieſem verächtlichen Canitz auszuüben. Wenn ich nur wüßte durch wen oder durch was meine frühere Macht gebrochen und dieſes ewig wie⸗ derkehrende Mißtrauen geweckt worden iſt!

Am folgenden Morgen begab ſich Schuldfried in aller Frühe nach Junta. Sie hatte ſich von der ganzen Tagesarbeit freigemacht um ihren guten Freund und Tage willkommen zu heißen. Frau Smith, die ſich höchſt ſelten den Wünſchen ihrer Tochter widerſezte, hatte gerne ihre Zuſtimmung ge⸗ geben. Als das junge Mädchen mit freudig klopfen⸗ dem Herzen in der Hausflur ihres Freundes und Lehrers ſtand, kam Tante Sara ihr entgegen.

Biſt⸗ Du ſchon hier, mein artiges Mädchen? ſagte die Alte und klopfte ſie auf die blühende Wange.Ich wollte Dich eben durch Anders ab⸗ holen laſſen, damit Du mit uns frühſtücken ſollſt. Ach Kind, Du glaubſt nicht was Tage für ein ſtatt⸗ licher und prächtiger Burſche gewordeén iſt!

Die Alte ſprach ein Langes und Breites davon wie ſchön ihr Günſtling ſei, wie geſchickt und wie artig, während ſie mit Schuldfrieds Beihilfe den Cafetiſch deckte. Schlag acht Uhr hörte man Tritte auf der Treppe und im Sagl. Schuldfried konnte nicht auf ihrem Plaze bleiben, ſondern ſprang Aber⸗ ney entgegen. Mit kindlicher Lebhaftigkeit warf ſie ſich in ſeine Arme und rief:,

Willkommen, willkommen wieder, mein guter, geliebter Onkel!

Dank, mein liebes theures Kind! Aberneys