Teil eines Werkes 
Schuld und Unschuld : Roman : 1. Band (1862)
Entstehung
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d Mädche waren und er ſelbſt gar nichts

wurde. E Wartete Wagner darauf bis Lothars unruhige Gefühle in volle Thätigkeit treten würden, oder las er den Ausdruck derſelben, während der langen Pauſe die jezt entſtand, in ſeinem Geſichte, das wiſſen wir nicht; aber gerade in dem Augenblick wo Lothar ſich die Macht wünſchte Aberney vom Gegenſtand ſeiner Sehnſucht zu entfernen, bemerkte der Doctor:

Profeſſor Aberney wird von der ruſſiſchen Re⸗

gierung mit mißtrauiſchen Augen beobachtet. Seine politiſchen Anſichten ſind nicht von der Art daß er auf ein langes Bleiben in Finnland hoffen kann. Bei dieſen Worten blieb Lothar plözlich ſtehen; er betrachtete Wagners Geſicht mit einem durchdrin⸗ genden Blick, während die wolkenverdüſterte Stirne ſich gleichſam aufklärte.

Wie kommen Sie jezt gerade darauf zu ſpre⸗ chen? fragte Lothar mit einem beſtimmten Ausdruck des Argwohns in ſeinem Tone.

Ganz einfach darum weil ich heute Briefe aus Abo erhielt, worin es heißt, Aberney habe ſich durch einige unbedachte Aeußerungen die Aufmerkſamkeit der Behörden zugezogen. Ad vocem Abo, wann reiſen Sie morgen ab, Herr Baron? Ich reiſe gar nicht, lautete die Antwort. Etwas ſpäter, als der Doctor in ſeinen Flügel hinabging, hielt er in Gedanken folgenden Monolog: s iſt jezt das zweite Mal daß ich ſeine ſchö⸗ ſäze aus ihm reiße und ihn in den Wirbel wilder Leidenſchaften ſchleudere. Wollen ſehen ob s min-nicht doch am Ende gelingt eine glänzende