Teil eines Werkes 
Schuld und Unschuld : Roman : 1. Band (1862)
Entstehung
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die Muſiklehrer für junge Mädchen über, die, wie Aberney, noch nicht alt ſeien und ſich durch ihre väterliche Sorgſamkeit in jeder Beziehung zu Halb⸗ göttern ihrer Schülerinnen machen.

Dieß iſt eine ſehr ſchlaue Manier unerfahrene Herzen zu feſſeln und eine unbedingte Herrſchaft übot dieſelben zu erwerben, ſagte der Doctor.Sd z. B. bin ich vollkommen überzeugt daß Fräulein Smith von ihrem väterlichen Freund, Profeſſor Aber⸗ ney, vollſtändig beherrſcht wird, und daß er weit mehr Eiufluß auf ſie beſizt als die Mutter.

Lothar ſchwieg und ging fortwährend auf und ab. Der Doctor hatte mit vieler Geſchicklichkeit ſeine ſchlimmeren Gefühle zu wecken und eine wilde Eifer⸗ ſucht in ſeiner Bruſt zu entzünden gewußt. Der friedliche und unausſprechlich liebliche Eindruck wel⸗ chen das Geſpräch mit Schuldfried bei ihm zurück⸗ gelaſſen hatte verſchwand, und er ſchalt ſich ſelbſt einen Narren, einen Thoren, daß er ſich nicht eifrig beſtrebt ihr Herz zu gewinnen, ſondern mit dem armſeligen Geſchenke ihrer Freundſchaft vorlieb ge⸗ nommen habe. Jezt würde dieſer Tage, dieſer frühe Jugendfreund, kommen, nebſt dem verhaßten Aberney ibn gänzlich auf die Seite drängen und ihre ganze Seele dermaßen in Anſpruch nehmen, daß er nicht einmal darauf rechnen könne den ihm bereits einge⸗ räumten Plaz behalten zu dürfen. In dieſem Augen⸗ blick wünſchte ſich Lothar die Macht des Czars um Aberney und ſeinen Pflegeſohn ſo weit fortzuſchicken, daß nicht einmal der Klang ihrer Namen und noch weniger ihre Gegenwart ihn beläſtigen könnte. mußte er ganz paſſiv zuſehen wie dieſe Herren Anies