Teil eines Werkes 
Schuld und Unschuld : Roman : 1. Band (1862)
Entstehung
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Sie kennen meine Schlauheit und hätten auf Ihrer Hut ſein ſollen.“

Jezt erfolgten Bitten und Erklärungen von Sei⸗ ten des Verwalters denen der Doctor nur eiskalte Verachtung entgegenſezte. Das Ende war daß Scheindinge eine Erklärung ausſtellen mußte, der zufolge er von ſeinem Herrn ſo und ſo viel Korn genommen habe das ihm an ſeinem Einkommen ab⸗ zuziehen ſei. Als dieß im Reinen war, ſagte der Doctor, indem er das Papier in die Taſche ſteckte:

„Bis auf Weiteres will ich dem Baron NRichts ſagen, ſondern es auf Ihre Aufführung ankommen laſſen. Sie ſind inzwiſchen jezt in meiner Gewalt, und wenn Sie ſich nicht ganz unglücklich machen wollen, ſo hüten Sie ſich daß ich nicht noch einen

Beweis gegen Sie bekomme.“

Scheindinge verſicherte, die Nachſicht des Doctors würde ihn in einen gewiſſenhaften und ehrlichen Menſchen verwandeln. Da ſeine Betheurungen kein Ende nehmen wollten, unterbrach ihn der Doctor ſtreng mit den Worten:

„Sie brauchen Nichts zu verſichern, da ich Ihnen

durchaus Nichts glaube. Ich werde Sie genau be⸗ ſpähen laſſen, und bei der geringſten Abweichung werden Sie augenblicklich aus dem Dienſte gejagt und der Juſtiz überliefert. Jezt zu etwas Anderem.

Hat die Wittwe auf Ektorp ihren lezten Jahrespacht

bezahlt?“

„Nein, ich erhielt vom Herrn Doctor die Wei⸗ ſung ihr Nichts zu fordern, ſondern die Ankunft des Herrn Barons abzuwarten, da der Herr Doctor für ſie zu ſprechen beabſichtigten.“