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Züge ſeit drei Jahren nicht wieder geſehen hatte und ſie nun nie mehr ſehen ſollte.
Ein Jahr war über Deboras Gruft dahingerollt, als Frau Ehrmann ihrer Schwägerin ins Grab folgte. Harm wurde nach der Mutter Tod noch ſtiller und verſchloſſener, ohne daß Caſpar darauf
achtete. Er gehörte zu denjenigen Männern die es für eine Weichheit anſehen ſich beſtändig mit ihrer Frau zu unterhalten, beſonders da in Harms ſtets
nachgiebigem und paſſivem Weſen Etwas lag was äußerſt einförmig wurde, ſo daß er ſeine ſchöne Frau ſehr oft langweilig fand. Auf Alles was er ſagte, „ antwortete ſie immer Ja und ließ ſich nie auf eine Erörterung ein, ſo daß Caſpar gegen ſeine Freunde äußerte:
„Meine Frau iſt ſo verliebt daß ſie, um mit nicht zu mißf ie ei andern b mißfallen, nie einen andern Gedanken hat
5 Der arme Caſpar, wie verblendet war er nicht, um nicht in Harms ganzem Benehmen einen deu ausgeſprochenen Lebensüberdruß, eine vollſtändige Bleichgiltigkeit gegen Alles zu ſehen! Hätte Harm einen Freund, einen Vertrauten beſeſſen mit dem ſie ihre Gefühle und ihre Leiden beſprechen konnte, ſo
würde die Richtung in ihrem Innern keinen ſo furcht⸗ baren Character angenommen haben wie es jezt der Fall war Eines Tags war Caſpar aus der Apotheke herauf⸗ gemmen und hatte eine Flaſche mitgebracht, die er n einen Schrank in ſeinem Zimmer ſtellte wo er ſeine Droguen verwahrte. Dabei äußerte er: „Unſer Leben iſt doch ein gebrechlich Ding: einige Shwart, Schuld und Unſchuld. I. 4


