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Wirklichkeit, Harm meinte, durch Enochs Arm gehe ein Zittern, als ſie den ihrigen hineinlegte. Sie kamen, ohne daß Harm recht wußte wie, den Andern ein gut Stück voran.
„Woher mt Deine Vorliebe für die weißen Roſen?“ fr Enoch.
„Gott weiß, ich habe mir das nie klar gemacht.“
„Dann bin ich glücklicher, denn ich weiß warum ſie mir gefallen.“
„Laß hören! Ich bin neugierig darauf.“ „Ich kann eine weiße Roſe nie ſehen, ohne mir vorzuſtellen daß ſie ein Bild des Frauenherzens ſei. So rein wie die Blätter der Roſe ſind, muß es an Gedanken und Gefühlen ſein. Auch verachte ich den
„Mann der die Gebote des Gewiſſens ſo ſchlecht ver⸗ ſteht, daß er die Frau die er liebt Verſuchungen ausſezt die den mindeſten Schatten auf ihre Seelen⸗ reinheit werfen können.“
„Aber, Enoch, die Vernunft des Mannes kann nicht immer über ſeine Gefühle Wache halten, und
deßhalb thun wir am Beſten, wenn wir Andere nicht
zu ſtreng beurtheilen.“
„Beim Weib wie beim Mann müſſen Ehre und
Pflicht vorherrſchen, ſonſt ſind ſie verächtlich.“
„Nimm Dich in Acht; das Schickſal kann ſich ſo rächen daß Du Dich ſelbſt vor Deinen Gefühlen ducſt.“
„Nein, Harm, das kann nie geſchehen.“
Eine lange Pauſe folgte. Harm ſprach dann von gleichgiltigen Dingen; aber ihre Wangen waren weiß wie die Blätter der Roſe in ihrer Schärpe. Als man nach Hauſe zurückkehrte, wurde Muſit


