Teil eines Werkes 
Schuld und Unschuld : Roman : 1. Band (1862)
Entstehung
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eher mag es bleiben wie es iſt, und gleichwohl würde ich, wenn ich nur in die Hauptſtadt onit könnte, ganz ſicher wieder hergeſtellt werden.“. Harm fügte mit angſtvoll bittender Stimmés hinzu: „Edith, hilf mir zur Erfüllung dieſes Wunſches. Es iſt mehr als mein Leben was ich in dieſem Augen⸗ blick von Dir erbitte.“

Edith wurde unruhig als ſie in das aufgeregte Geſicht der Schweſter blickte; aber ſie lächelte ihr freundlich entgegen und verſicherte daß ſie Alles thun

wollte um ihren Wunſch zu erfüllen, wenn ſie nur

wüßte wie ſie es anſtellen ſollte.

„Sprich Du mit Papa; Caſpar richtet ſich in

em nach ihm, und Du vermagſt ſo viel über Papa.

O Edith, Edith! Wie dankbar werde ich nicht ſein!“ Harm lehnte ſich gegen die Schweſter und weinte.

Thränen waren etwas ſo Ungewöhnliches bei Harm, daß Edith ſich nicht erinnern konnte wann ſie dieſelbe zum lezten Mal weinen geſehen hatte. Ge⸗ rührt über dieſen Ausdruck von Schmerz, verſprach Edith Alles aufzubieten, damit Harm ſie nach der Hauptſtadt begleiten dürfe.

„Liebe Harm,“ ſagte Edith,„Du kannſt es als ausgemacht anſehen daß Du mitdarfſſt, denn wenn ich einmal Etwas beſchloſſen habe, ſo muß es ge⸗ chehen. Ich bin nicht bloß zum Scherz eine Finnin.“

„Zu Dir ſteht auch meine ganze Zuverſicht; ob⸗ ſchon Du, wie ich, nicht von ungemiſchtem finniſchem Blute biſt, ſo.„

„Will doch Gott was das Weib will,“ fiel Edith ſcherzend ein.